Appell der Jugend

Zur Feier von 50 Jahren deutsch-französischer Freundschaft hat das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) ein ePartizipations-Projekt durchgeführt. Unter dem Leitsatz „Europa ist meine Zukunft, wenn…“ wollten wir erfahren, was sich junge Europäer von heute für ihre Zukunft in Europa wünschen.

Teilnehmen konnten junge Deutsche und Franzosen, aber auch andere Europäer zwischen 13 und 30 Jahren. Sie hatten auf der Projektplattform die Möglichkeit, ihre Forderungen, Wünsche und Vorschläge an die Politik einzureichen und sich gemeinsam mit anderen jungen Europäern über die Zukunft Europas auszutauschen. Mehr als fünfhundert Vorschläge wurden während der ePartizipation zu neun Themen eingereicht: Bildung, Arbeit, Umwelt, politische Teilhabe, kulturelle Vielfalt, Wirtschaft, Medien, Familie und Jugendarbeitslosigkeit.
Die bestbewerteten Beiträge wurden im “Appell der deutschen und französischen Jugend an die Politik” zusammengefasst und am 5. Juli 2013 offiziell an die Jugendministerinnen von Deutschland und Frankreich, Dr. Kristina Schröder und Valérie Fourneyron, überreicht. Die Reaktionen der Politik zur Übergabe des Appells können hier eingesehen werden.

Diese Seite fasst die Ergebnisse der ePartizipation zusammen und bietet nähere Informationen zum Projekt und seinen Initiatoren.

Viel Spaß beim Lesen und Anschauen der eingereichten Beiträge!

Projektbeschreibung

Videowettbewerb

Online-Konsultation

Redaktion des Appells

Offizielle Übergabe des Appells an die Politik

Fazit

Projektbeschreibung

Mit “Europa ist unsere Zukunft, wenn...” führte das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) das erste grenzübergreifende, mehrsprachige ePartizipations-Projekt in Europa durch, welches sich gezielt an Jugendliche und junge Erwachsene richtete.

Das Projekt sollte sichtbar machen, was sich junge Deutsche, junge Franzosen und junge Europäer im Alter zwischen 13 und 30 Jahren heute für ihre Zukunft in Europa wünschen, indem ihnen eine Plattform geboten wurde, auf der sie diese Wünsche und Forderungen ausdrücken und sich darüber mit anderen Teilnehmern austauschen konnten. Abschließendes Ergebnisziel des Projektes war es, eine Sammlung von Forderungen und Handlungsvorschlägen der Jugendlichen an die Politik zu überreichen.

Das ePartizipations-Projekt gliederte sich in zwei Hauptelemente: einen Videowettbewerb und eine aus drei Phasen bestehende Online-Konsultation. Alle Inhalte der Projekt-Website waren in deutscher und französischer Sprache verfügbar.

Videowettbewerb

Der Videowettbewerb bildete den Einstieg in das Projekt. Hier waren die Teilnehmer dazu aufgerufen, ein Video zu drehen, in dem sie den Leitsatz “Europa ist meine Zukunft, wenn...” ergänzen. Um zum Wettbewerb zugelassen zu werden, durften die Videos nur eine Minute lang sein und kein geschütztes Audio- und/oder Bildmaterial enthalten oder unangemessene Inhalte aufweisen (z.B. Schimpfwörter, rassistische/diskriminierende Aussagen etc.). Thematisch und stilistisch gab es jedoch keine Vorgaben und der Kreativität der Teilnehmer waren keine Grenzen gesetzt, was sich in der großen stilistischen Bandbreite der Wettbewerbsbeiträge widerspiegelt.

Um ein Video in den Wettbewerb einreichen zu können, mussten sich die Teilnehmer zunächst auf der Projekt-Website registrieren und ihr Video auf Youtube hochladen. Anschließend wurde der Youtube-Link samt weiteren Informationen zum Teilnehmer anhand eines Online-Formulars auf der Website an das DFJW gesendet. Nach der Prüfung durch eine Jugendjury wurde das eingereichte Video schließlich für die Wettbewerbs-Website freigeschaltet. Die Besucher der Website konnten die eingereichten Videos ansehen, sie kommentieren, mit ein bis fünf Sternchen bewerten und über Social Plugins in verschiedenen sozialen Netzwerken teilen.

Während der Einreichphase von zehn Wochen wurden insgesamt 96 Videos von Einzelpersonen aber auch Gruppen, wie Schulklassen und Freundeskreisen, eingereicht. Eine einwöchige Abstimmungsphase, in der die Videos ausschließlich bewertet werden konnten, bildete den Abschluss des Videowettbewerbs. Sie gab den Teilnehmern die nötige Zeit, um auch die kurz vor Einsendeschluss eingereichten Videos ansehen und bewerten zu können. Insgesamt nahmen rund 300 Personen am Videowettbewerb teil und auf der Plattform wurden 2364 Stimmen für die Videos abgegeben.

Online-Konsultation

Die Online-Konsultation gliederte sich in drei Phasen. Während jeder dieser drei Phasen konnten die Teilnehmer zu jeweils drei Themen ihre Forderungen und Wünsche an die Politik einreichen. Die Themen der ersten und dritten Phase wurden jeweils über eine offene Abstimmung auf der Facebook-Seite des DFJW bestimmt. Die Themen der zweiten Phase wurden dagegen aus dem Videowettbewerb generiert. Das heißt, die im Videowettbewerb am häufigsten vorkommenden Themen wurden in die Online-Konsultation übernommen. Die erste Online-Konsultationsphase, von Oktober 2012 bis Januar 2013, behandelte die Themen Arbeit, Bildung und Umweltschutz, die zweite Phase, von Januar bis April 2013, die Themen kulturelle Vielfalt, Wirtschaft und politische Teilhabe. Die dritte und letzte Phase, die von April bis Juni 2013 stattfand, thematisierte die Bereiche Jugendarbeitslosigkeit, Familie und Medien.

Um an der Online-Konsultation teilnehmen zu können, mussten sich die Teilnehmer auf der Website registrieren. Die Teilnehmer des Videowettbewerbs konnten mit ihrem Login auch an der Online-Konsultation teilnehmen. Im eingeloggten Zustand konnten zu den Themen mit Hilfe eines entsprechenden Online-Formulars Vorschläge eingereicht werden, die maximal 800 Zeichen lang waren. Die Teilnehmer waren zudem dazu aufgerufen, pro Beitrag nur eine konkrete Forderung zu formulieren. Die Beiträge waren nach dem Hochladen durch den Teilnehmer sofort auf der Website sichtbar und konnten von anderen Teilnehmern gelesen und bewertet werden. Eingereichte Beiträge konnten durch Alternativvorschläge ergänzt werden, die an den ursprünglichen Beitrag angehängt wurden.

Zur Betreuung der eingereichten Beiträge wurde ein Team von neun Online-Moderatoren und Moderatorinnen eingesetzt, das aus jungen Deutschen und Franzosen bestand. Jedem Thema einer Phase waren drei Moderatoren zugeteilt. Sie prüften die eingegangenen Beiträge inhaltlich und formell und übersetzten sie in die jeweils andere Sprache. Wie im Videowettbewerb wurde auch hier darauf geachtet, dass keine unangemessenen Inhalte, wie beispielsweise Spam, Beschimpfungen oder diskriminierende Aussagen, eingereicht wurden und der Beitrag zum Thema passte. Entsprach ein Beitrag diesen Kriterien nicht, wurde er von der Seite entfernt und der entsprechende Teilnehmer per E-Mail über den Grund informiert. Wurde von unterschiedlichen Teilnehmern mehrfach der gleiche Vorschlag eingereicht, wurde nur einer davon beibehalten, damit die identischen Vorschläge in der Abstimmungsphase nicht miteinander in Konkurrenz stehen. Regelmäßige Online-Videokonferenzen mit den Online-Moderatoren und den Projektverantwortlichen des DFJW stellten sicher, dass Fragen und Anliegen des Moderationsteams beantwortet und diskutiert und die nächsten Schritte gemeinsam geplant wurden.

Am Ende jeder Online-Konsultationsphase wurde eine einwöchige Abstimmungsphase durchgeführt. In dieser Zeit konnten keine neuen Beiträge mehr eingereicht, sondern nur Stimmen für oder gegen die vorhandenen Beiträge abgeben werden. Um sicherzustellen, dass ein Teilnehmer einem einzigen Beitrag nur eine negative oder positive Stimme verleihen kann, musste man sich auch für die Teilnahme an der Abstimmungsphase registrieren beziehungsweise einloggen. Die zehn bestbewerteten Beiträge jedes der insgesamt neun Themen wurden anschließend in den “Appell der deutschen und französischen Jugend an die Politik” aufgenommen, das Abschlussdokument des ePartizipations-Projekts. Bei identischem Stimmenerhalt wurden auch mehr als zehn Gewinnerbeiträge pro Thema in den Appell aufgenommen.

Redaktion des Appells

Das Abschlussdokument des ePartizipations-Projekts enthält die insgesamt 95 bestbewerteten Beiträge. Es wird ergänzt um ein Vorwort, das von einer jugendlichen Redaktionsgruppe gemeinsam erstellt wurde. Mitglieder dieses Teams waren Online-Moderatoren, die mit den Beiträgen sehr vertraut waren sowie aktive Teilnehmer der Online-Konsultation, deren Beiträge zu den Gewinnerbeiträgen zählen.

Sie waren Ende Mai eingeladen, während eines Redaktions-Workshops in Paris ein Wochenende lang auf Grundlage der Gewinnerbeiträge der ersten und zweiten Online-Konsultationsphasen das Vorwort zu verfassen. Die Ergebnisse der dritten Konsultations-Phase, die zum Zeitpunkt des Redaktions-Workshops noch nicht abgeschlossen war, wurden Mitte Juni im Rahmen einer gemeinsamen Videokonferenz in das Vorwort eingearbeitet.

https://flic.kr/s/aHsjGM5yWh

 

Offizielle Übergabe des Appells an die Politik

Der “Appell der deutschen und französischen Jugend an die Politik” wurde am 5. Juli 2013 in Paris, im Rahmen des Festakts zu 50 Jahren DFJW, offiziell von zwei jugendlichen ProjektteilnehmerInnen an die Jugendministerinnen von Deutschland und Frankreich, Dr. Kristina Schröder und Valérie Fourneyron, überreicht.

https://flic.kr/s/aHsjGM6SyJ

 

Fazit

Der innovative Charakter des Projekts ergibt sich besonders aus den verschiedenen Partizipationsmöglichkeiten, die es erlaubte. Die Teilnehmer konnten im Videowettbewerb ihre Ideen zunächst in Form eines Videos einreichen, die Videos anderer Teilnehmer anschauen und bewerten. In der Online-Konsultation bestimmten die Teilnehmer die Themen, reichten dazu anschließend Vorschläge ein, lasen die Beiträge anderer Teilnehmer und reagierten darauf indem sie diese ergänzten und bewerteten. Die jungen Online-Moderatoren moderierten und übersetzten die eingereichten Beiträge. Die Teilnehmer des Redaktions-Workshops konnten eine tiefgehende Reflexion der Gesamtheit der eingereichten Forderungen beitragen und wurden in die Redaktion der einleitenden Synthese des Appells maßgeblich eingebunden. Schließlich erlaubte das Projekt es denjenigen, die den Appell an die Politik überreicht haben, der Stimme aller Teilnehmer bei den politischen Verantwortlichen unmittelbar Gehör zu verschaffen. All diese Formen der Teilnahme und das Engagement der Gesamtheit der Teilnehmer machen den Erfolg dieses Projekts aus.

Das Deutsch-Französische Jugendwerk hat mit seinem zweisprachigen, grenzübergreifenden und speziell an Jugendliche und junge Erwachsene gerichteten ePartizipations-Projekt „Europa ist unsere Zukunft, wenn…“ erfolgreich neue Wege beschritten und ein Pilotprojekt geschaffen, das geeignet ist, ähnlichen Projekten in der Zukunft als Modell zu dienen.